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ich bin heute nacht durch die strassen gelaufen. es war fuenf uhr nachts, und ich laufe durch die strassen. das muss man sich erstmal vorstellen. um die uhrzeit sollte man schlafen, dachte ich. aber: nein.

es war leer, wirklich leer und einsam und still. ich konnte ueber vierspurige strassen laufen. hin- und herrennen. zwischen parkenden autos den igeln beim schlafen zusehen. und weihnachtsbeleuchtung anstarren, ganz ohne auspuffgase in das gesicht geblasen zu bekommen. 

es war kalt. sehr sehr kalt. in jenem moment obdachlos zu sein, so wie ich es für diese halbe stunde gewesen bin, das wuensche ich keinem. ein springbrunnen vor einem autohaus fror in der luft zu. ein schoenes fotomotiv und ein beweis. ein beweis, dass diese welt kalt ist. kalt ist und wird und bleibt. 

wo eigentlich liebe sein koennte, ist oft nur sympathie. oder empathie, jenachdem. wobei empathie immer noch besser als antipathie ist, die auch oft genug auftritt. 

in der weihnachtszeit bemerkt man das oft. dieses gewollte, gezwungene nett-sein zu menschen, die man eigentlich nicht mag, nicht moegen sollte, oder nicht mehr moegen kann. 

klingt auf den ersten blick krass. ist es aber nicht. konsum zieht die massen an. da helfen schnoede parolen auch nicht weiter. naechstenliebe ist ein begriff aus dem fernsehen, der hoechstens noch menschen jenseits der seniorengrenze koerperlich bekannt und bewusst ist. koerperliche naehe ist soviel wichtiger als teure industrieprodukte. schade, dass viele das nicht sehen oder erkennen kann. die kinder sind ruhiggestellt, durch internet, fernsehen und dem allgemeinen technologischem wirrwarr, welches die kinderzimmer beherrscht. die eltern verbringen die kurze freizeit lieber schweigend und stumpf vor dem fernseher, anstatt zu reden, zu kommunizieren oder sich fuereinander zu kuemmern. es ist traurig. 

genauso traurig wie das alte fahrrad, welches halbverrostet, halb zerstört an einer hauswand lehnte, wahrscheinlich auf den naechsten muelltransport wartend, die letzte station eines fuer die freizeit ausgelegten objektes der menschen. wer weiss, was auf diesem fahrrad passiert ist. wer will es ueberhaupt wissen. 

egal, ob es kalt ist. egal, ob kommerz nun naechstenliebe ersetzt oder nicht. egal der vielen probleme. 

das leben ist immer mehr als man denkt. mehr, als man erwartet. mehr als man hofft, ertraeumt. mehr als man will. man muss nur bereit sein, bereit, dorthin zu gehen wo es wehtut. wo nicht immer einklang und harmonie die szenerie beherrschen. dort wo das leben lebt. 

in diesem sinne. einen frohen dritten advent. lauft doch auch einmal nachts durch die strassen eurer stadt und macht euch gedanken. es kann mitunter sehr interessant sein. 

adieu.

14.12.08 23:43
 


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